Migräneanfälle können durch kurzfristige hohe Luftverschmutzung beeinflusst werden. Ziel dieser prospektive Kohortenstudie war es, die Zusammenhänge zwischen einer geringen Belastung durch Stickstoffdioxid (NO₂) in der Umgebungsluft sowie saisonalen Temperaturen und dem Auftreten von Migräne zu untersuchen. In die Studie wurden 407.792 Teilnehmer:innen, die zu Studienbeginn keine Migräne aufwiesen, einbezogen. Die Umweltexpositionen der Probanden wurden monatlich und jährlich anhand von mit Postleitzahlen verknüpften Rasterdaten bewertet. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 11,8 Jahren stieg das Migräne-Risiko mit höherer NO₂-Exposition, niedrigeren Wintertemperaturen und einer höheren Temperaturvariabilität sowohl im Sommer als auch im Winter an. Die Erkenntnisse, dass NO2 und die Temperatur mit dem Auftreten von Migräne in Zusammenhang stehen, legen nahe, dass zur weiteren Reduzierung der Umweltrisikofaktoren möglicherweise Maßnahmen im Bereich des Luftqualitätsmanagements und der Anpassung an den Klimawandel ergriffen werden müssen.
*News - Juli 2026
Subkortikale Strukturen, darunter Regionen, die an der Schmerzverarbeitung und der sensorischen Integration beteiligt sind, spielen eine Schlüsselrolle in der Pathophysiologie der Migräne. Studien zu volumetrischen Unterschieden haben jedoch bisher widersprüchliche Ergebnisse gezeigt. Ziel dieser dänischen Querschnittsstudie war es, festzustellen, ob sich das Volumen bestimmter subkortikaler Strukturen bei Menschen mit Migräne von jenen gesunder Kontrollpersonen unterscheidet und ob diese Volumina je nach Migräne-Subtyp und -Phase variieren. Bildgebungsdaten von 295 Teilnehmer:innen und 154 gesunden Kontrollpersonen wurden in die abschließenden Analysen einbezogen. Die Ergebnisse zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen Migränepatient:innen und gesunden Kontrollpersonen hinsichtlich des Thalamusvolumens (Migräne: 7243 ± 923 mm³ vs. gesunde Kontrollpersonen: 7350 ± 782 mm³; p = 0,774) oder des Hippocampusvolumens (Migräne: 4204 ± 398 mm³ vs. gesunde Kontrollpersonen: 4307 ± 446 mm³; p = 0,337). Auch in keiner anderen subkortikalen Struktur wurden Unterschiede festgestellt. Darüber hinaus wurden keine Volumenunterschiede zwischen den untersuchten Migräne-Subtypen oder -Phasen festgestellt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass subkortikale Volumenmessungen nicht als bildgebende Biomarker für Migräne geeignet sind.
Ein besseres Verständnis des migräneassoziierten Schwindels könnte zur gezielteren Steuerung der Migränebehandlung beitragen und Aufschluss über die Mechanismen der noch unzureichend verstandenen „vestibulären Migräne” geben. In einer aktuellen retrospektiven Studie wurden 435 Patient:innen mit chronischer Migräne hinsichtlich potenzieller Zusammenhänge für das Auftreten von Schwindel (u.a. Geschlecht, Alter, Allodynie, Aura, Photophobie, Phonophobie und Osmophobie) mithilfe eines Regressionsmodells analysiert. Bei 49 % der Patient:innen lag ein mit Migräne assoziierter Schwindel vor. In dem Regressionsmodell zeigte sich eine positive Assoziation zwischen Schwindel und dem Vorliegen einer Aura (Odds Ratio 2,13; 95 %-Konfidenzintervall 1,4–3,23, p < 0,001) sowie zwischen Schwindel und Allodynie (Odds Ratio 2,74; 95 %-Konfidenzintervall 1,76–4,26, p < 0,001).
Patient:innen mit häufigen und schweren Migräneattacken benötigen eine medikamentöse und nicht medikamentöse Migräneprophylaxe. Trotz einer Vielzahl kontrollierter randomisierter Studien, die unterschiedliche Ansätze zur Migräneprophylaxe untersuchen, bleiben im klinischen Alltag viele Fragen zum Management von Migränepatient:innen offen. Daher hat die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) entschieden, für diese Fragen Praxisempfehlungen, beruhend auf Beobachtungsstudien und Expertenkonsens, zu formulieren.
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